Photovoltaikanlage bei Sonnenschein in der Natur mit Bergen und Wald
Photovoltaik Einspeisevergütung

Einspeisevergütung für PV Anlagen – lohnt sich das noch?

Wer Strom aus Photovoltaik erzeugt und in das öffentliche Stromnetz einspeist, bekommt nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Einspeisevergütung. Das heißt, pro Kilowattstunde Solarstrom bekommt er einen festgelegten Betrag. Diese Einspeisevergütung für PV-Strom wird über einen Zeitraum von 20 Jahren gezahlt. Für Solarstrom, den Sie nicht selbst verbrauchen, bekommen Sie also auch Geld – die Einspeisevergütung.

Strom einspeisen - Ratgeber

Was bedeutet Einspeisevergütung?

Der Gesetzgeber möchte die Erneuerbaren Energien und damit auch die Photovoltaik fördern. Dafür gibt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG. Das EEG sieht nicht nur vor, dass jeder, der Solarstrom erzeugt, diesen auch ins Netz einspeisen darf, sondern legt auch eine Einspeisevergütung fest. Das ist ein Betrag, den jeder Betreiber einer Photovoltaik-Anlage pro Kilowattstunde an eingespeistem Solarstrom bezahlt bekommt. Die Einspeisevergütung wird 20 Jahre lang gezahlt. Damit bekamen Betreiber von PV-Anlagen Planungssicherheit. Über die Jahre ist die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik deutlich gesunken. Daher ist Eigenverbrauch von Solarstrom heute die bessere Option, aber ein Anteil muss immer eingespeist werden. Da ist es gut, dass es eine PV-Einspeisevergütung gibt.

Aktuelle Einspeisevergütungssätze

Die Einspeisevergütung nach dem EEG wird laufend angepasst, je nachdem, wie viel Photovoltaik-Anlagen in den Monaten zuvor installiert wurden. Die Bundesnetzagentur, der alle neuen PV-Anlagen gemeldet werden müssen, veröffentlicht die aktuellen Zahlen zur Photovoltaik und gibt dann die Sätze für die Förderung bekannt. Da in den letzten Monaten wieder mehr Photovoltaik installiert wurde als in den Jahren zuvor, sinkt die Einspeisevergütung monatlich. Für kleinere Anlagen bis 10 Kilowattpeak Leistung – das ist die übliche Größe für Privathäuser, sank die Einspeisevergütung im März 2020 erstmals unter 10 Cent pro Kilowattstunde. Seit dem 1. Mai 2021 sind es gerade noch 7,69 Cent. Und dieser Satz wird weiter sinken.

Einspeisevergütung 2020 für PV Anlagen bis 10 kWp Leistung

Das EEG soll Anreize dafür bieten, dass Photovoltaikanlagen günstiger werden. Daher sinkt die Einspeisevergütung für neu in Betrieb genommene PV-Anlagen kontinuierlich. Das ist die sogenannte Degression. Im Jahr 2000 betrug die Einspeisevergütung für Solarstrom an die 50 Cent pro Kilowattstunde, mittlerweile bekommen die Betreiber von PV-Anlagen weniger als 8 Cent. Und jeden Monat sinkt die Einspeisevergütung für Photovoltaik weiter. Ab dem 01. Mai 2021 bekommen Sie gerade noch 7,69 Cent für die Kilowattstunde.

Die Einspeisevergütung sinkt

Inbetriebnahme

Bis 10 kWp Bis 40 kWp Bis 100 kWp

01.07.2021

7,47 Cent

7,25 Cent

5,68 Cent

01.06.2021

7,58 Cent

7,36 Cent

5,77 Cent

01.05.2021

7,69 Cent

7,47 Cent

5,86 Cent

01.04.2021

7,81 Cent

7,59 Cent

5,95 Cent

01.03.2021

7,92 Cent

7,70 Cent

6,04 Cent

01.02.2021

8,04 Cent

7,81 Cent

6,13 Cent

01.01.2021

8,16 Cent

7,93 Cent

6,22 Cent

01.12.2020

8,32 Cent

8,09 Cent 6,34 Cent

01.11.2020

8,48 Cent

8,24 Cent 6,46 Cent

01.10.2020

8,64 Cent

8,40 Cent 6,59 Cent

01.09.2020

8,77 Cent

8,53 Cent 6,69 Cent

01.08.2020

8,90 Cent

8,65 Cent 6,79 Cent

01.07.2020

9,03 Cent

8,78 Cent 6,89 Cent

01.06.2020

9,17 Cent

8,91 Cent 7,00 Cent

01.05.2020

9,30 Cent

9,04 Cent

7,10 Cent

01.04.2020

9,44 Cent

9,18 Cent

7,21 Cent

01.03.2020

9,58 Cent

9,31 Cent

7,31 Cent

01.02.2020

9,72 Cent

9,45 Cent

7,42 Cent

01.01.2020

9,87 Cent

9,59 Cent

7,54 Cent

01.12.2019

9,97 Cent

9,69 Cent

7,62 Cent

01.11.2019

10,08 Cent

9,79 Cent

7,70 Cent

01.10.2019

10,18 Cent

9,90 Cent

7,78 Cent

01.09.2019

10,33 Cent

10,04 Cent

7,89 Cent

01.08.2019

10,48 Cent

10,19 Cent

8,01 Cent

01.07.2019

10,64 Cent

10,34 Cent

8,13 Cent

Lohnt sich eine Einspeisevergütung noch?

Sie bekommen für den Solarstrom aus Ihrer PV-Anlage weniger als 9 Cent pro Kilowattstunde als Einspeisevergütung. Gleichzeitig zahlen Sie für den Strom, den Sie aus dem Netz beziehen, mittlerweile 30 Cent und mehr für die Kilowattstunde. Da lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoller ist, Ihren selbst erzeugten Strom auch zu Hause zu verbrauchen. Denn dann ersetzen Sie den teuren Strom von außen durch den günstig erzeugten Solarstrom, anstatt diesen für wenig Geld abzugeben.

Das ist auch eine Option für PV-Anlagen, die nach 20 Jahren keine Einspeisevergütung nach dem EEG mehr bekommen. Den Hintergrund dazu erläutert Dr. Stefan Dietrich im Blogbeitrag "EEG-Förderung für erste PV-Anlagen läuft aus- und dann?"

 

Technische Aspekte der Einspeisung

Das EEG sieht vor, dass Photovoltaik-Anlagen, die eine Einspeisevergütung bekommen, nur 70% der theoretisch möglichen Strommenge einspeisen können. Wird dieser Wert überschritten, muss die Anlage abgeregelt werden. Der Gesetzgeber möchte mit dieser 70%-Regelung sicherstellen, dass das Stromnetz stabil bleibt und auch an sonnigen Tagen den ganzen Strom aus Photovoltaik aufnehmen kann. Für den Betreiber bedeutet das, dass er unter Umständen Geld verliert und weniger Solarstom erzeugen darf, als er könnte. Mit einem Stromspeicher speisen Hausbesitzer viel weniger Strom in das Netz ein, daher spielt die 70-Prozent-Regelung dann keine Rolle mehr.

Probleme der Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen war eine tolle Idee. Durch die Planungssicherheit haben sich viel mehr Hausbesitzer dafür entschieden, Solarstrom zu erzeugen. Damit hat sich die Photovoltaik durchgesetzt und die Anlagen sind viel günstiger geworden. Auch aufgrund des großen Erfolgs ist die Einspeisevergütung aber heute sehr niedrig, während der Strom für den eigenen Haushalt, den man zukaufen muss, immer teurer geworden ist. Dazu kommt, dass unter Umständen nicht der gesamte Solarstrom eingespeist werden kann. Heute ist die Einspeisevergütung für PV ein weiterer Baustein für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage, steht aber nicht mehr im Mittelpunkt. Eigenverbrauch von Solarstrom ist das Wichtigste – mit PV-Anlage und Stromspeicher.

Die Einspeisevergütung ist auf 20 Jahre angelegt. Nach diesem Zeitraum erzeugen die Photovoltaikanlagen aber weiterhin Solarstrom, für den es dann keine Einspeisevergütung mehr gibt. Die Betreiber müssen sich dann selbst darum kümmern, was mit ihrem Strom geschieht. Dazu finden Sie wichtige und interessante Informationen im SENEC-Blog.

 

Was bedeutet das Ende der EEG-Förderung für Sie als Betreiber?

Nach 20 Jahren Laufzeit fallen PV-Anlagen aus der Einspeisevergütung. Das bedeutet, dass die Betreiber nicht mehr den im EEG festgelegten festen Betrag pro eingespeister Kilowattstunde ausgezahlt bekommen. Sie haben zwar weiter grundsätzlich das Recht, den mit ihrer Photovoltaikanlage erzeugten Solarstrom in das Stromnetz einzuspeisen, müssen aber einen Abnehmer für diesen Strom nachweisen. Ansonsten droht die Gefahr, dass die PV-Anlage abgeregelt wird, also keinen Strom mehr erzeugen darf.

 

So können Sie ihre PV-Anlage nach 20 Jahren weiter nutzen

  • Direktvermarktung des Solarstroms
  • Anschlussförderung für PV-Altanlagen
  • Den Eigenverbrauch von Solarstrom mit einem Stromspeicher erhöhen
  • Die PV-Altanlage durch eine neue ersetzen – mit Stromspeicher

Wann lohnt sich eine Direktvermarktung?

Die im EEG vorgesehene "Sonstige Direktvermarktung" ist für große Windparks und Freiflächen-Photovoltaikanlagen gedacht. Bei kleinen Anlagen lohnt sie sich nicht, da alleine die laufenden Kosten für die Direktvermarktung um ein Vielfaches über dem möglichen Ertrag liegen. Dazu kommen Investitionen in notwendige technische Umbauten an der PV-Anlage. So, wie sie jetzt im EEG steht, lohnt sich die Direktvermarktung für kleine private PV-Anlagen nicht. 

 

Anschlussförderung für PV Altanlagen

Das überarbeitete EEG sieht eine Regelung für Photovoltaik-Anlagen vor, die nach 20 Jahren keine Einspeisevergütung mehr bekommen. Die Betreiber können den Strom weiter einspeisen und bekommen als Vergütung vom Netzbetreiber den Marktwert des Solarstroms, von dem noch ein Vermarktungsentgelt abgezogen wird. Da bleiben nur wenige Cent pro Kilowattstunde übrig, das deckt noch nicht einmal die Betriebskosten.

Wann lohnt sich eine Umstellung auf Eigenverbrauch?

Der Eigenverbrauch von Solarstrom lohnt sich immer dann, wenn ein Hausbesitzer unabhängiger werden möchte von steigenden Strompreisen und seine Energieversorgung selbst in die Hand nehmen möchte. Wirtschaftlich wird sie interessant, wenn die Einspeisevergütung oder der Verkaufserlös niedrig sind. Denn wer Strom selbst verbraucht, spart etwa 30 Cent bei jeder Kilowattstunde, die er selbst erzeugt und nicht zukaufen muss. Das ist deutlich mehr als die paar Cent Einspeisevergütung, die er heute bei neuen Anlagen noch bekommt. Und deutlich mehr, als er bei Altanlagen vom Netzbetreiber kriegt. Denn nach der Regelung im EEG bekommt er nur den niedrigen “Marktwert” des Solarstroms, der für wenige Cent an der Strombörse verkauft wird.

Mit einem Stromspeicher von SENEC können Sie Ihren Eigenverbrauch deutlich erhöhen. Und mit der SENEC.PionierCloud bekommen Sie den Strom, den Sie noch brauchen, als Ökostrom zu einem attraktiven Preis – und wir bezahlen Ihnen einen Pionier-Bonus für jede Kilowattstunde, die Sie ins Netz liefern.

Was hat es mit der EEG Umlage auf sich?

Die EEG Umlage ist das Instrument, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu finanzieren. Im EEG ist festgelegt, dass der Netzbetreiber Strom aus Photovoltaikanlagen und anderen erneuerbaren Energien zu einem festgelegten Preis abnehmen muss. Diesen Strom verkauft er dann an der Strombörse. Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Einspeisevergütung bekommt der Netzbetreiber erstattet. Das wird über einen Aufschlag auf den Strompreis bezahlt, die EEG Umlage. Anders als bei subventionierten Energieträgern wie Kohle und Kernkraft sind die Kosten bei den Erneuerbaren Energien also transparent.
 

Warum muss die EEG Umlage auf Eigenverbrauch gezahlt werden?

Der Gesetzgeber sieht vor, dass ab einer gewissen Größe der Photovoltaikanlage auch auf selbst verbrauchten Strom die sogenannte EEG-Umlage zumindest anteilig gezahlt werden muss. Das ist, als müsste man eine Abgabe für Äpfel aus dem eigenen Garten bezahlen, wenn man sie isst. Seit der letzten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes EEG gilt diese Regelung aber nur noch für PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp und einer jährlichen Erzeugung von mehr als 30.000 kWh. Die Betreiber von neuen Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhäusern müssen diese Umlage also in der Regel nicht bezahlen.

 

Lohnt sich die Nachrüstung mit einem Stromspeicher bei PV Anlagen nach 20 Jahren?

Eine PV-Anlage wird auch nach 20 Jahren Laufzeit noch lange sauberen Solarstrom erzeugen. Da sich aufgrund der Regelungen des EEG sowohl Direktvermarktung als auch Volleinspeisung wirtschaftlich nicht lohnen, wird es interessant, den Eigenverbrauch des Solarstroms durch die Nachrüstung mit einem Stromspeicher zu erhöhen.

Das sollten Sie tun, wenn Sie eine ausgeförderte PV-Altanlage haben

Wenn Sie eine alte PV-Anlage nach dem Auslaufen der Einspeisevergütung weiter betreiben möchten, können Sie in das EEG schauen, welche Möglichkeiten es gibt. Sie können bei Ihrem Netzbetreiber anfragen, welche Vergütung Sie für den Strom bekommen, und was Sie tun müssen. Sie können Angebote für Stromspeicher einholen.

 

Oder Sie machen einfach den PV-Altanlagen-Check. Dort bekommen Sie Ihre Antworten.